Verlag Herder
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Verlagsportrait



Der Tradition verpflichtet - Der Zukunft zugewandt

„Den Menschen in ihrer Zeit zu helfen, dass sie das Leben meistern und in seiner Tiefendimension verstehen". Dieser Satz steht in unserer Festschrift zum 200. Verlagsjubiläum 2001. Um dafür die Leser und Leserinnen zu gewinnen, schlägt Herder immer wieder neue Wege ein - bei der inhaltlichen und ästhetischen Aufbereitung der Themen und bei der Begegnung mit dem Buchhändler und Leser. Unsere Bestseller sind keine Zufallstreffer, sondern ein Spiegel dafür, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben.


Der Verlag

Bartholomä, Benjamin, Hermann sen., Theophil, Hermann, Manuel - der Verlag Herder ist ein Familienunternehmen und das über sechs Generationen hinweg. So entstanden Kontinuität, ein langer Atem und das Vertrauen, das auch über turbulente Zeiten hinweg hilft. Am Anfang der Verlagsgeschichte stand ein reflektierter Katholizismus, der sich mit der Trennung von Glauben und Vernunft auseinandersetzte. Diese Ebene der Reflexion - die Ebene des Nachdenkens, ohne die es ein Vorandenken nicht gibt - ist über zwei Jahrhunderte erhalten geblieben und wird von uns weiterhin gepflegt. Die Themen hingegen, in denen sich dieses Nachdenken niederschlägt, verändern sich und werden von uns immer wieder zeitnah aufgenommen. Offenheit, Tradition und Perspektive, immer aufbauend auf ein festes Wertefundament, das ist die Grundlage unseres Verlagsprogramms.


Autoren und Themen

Die Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig analysiert in ihrem Buch »Das Ende der Geduld« das Phänomen der Jugendkriminalität. Sie beschreibt Lebensläufe jugendlicher Straftäter, schildert Delikte und Verfahren, benennt die Situationen an Schulen und Jugendämtern und lässt in Parallelgesellschaften blicken. Heisig gibt konkrete Lösungsvorschläge zur Verbesserung der Situation. So entwickelte sie das „Neuköllner Modell", nach dem bei einfachen Straftaten von Jugendlichen innerhalb von drei Wochen die Gerichtsverhandlung stattfindet. Die schnellen Strafen haben damit einen größeren Wirkungseffekt bei Tätern und Opfern.


Der Journalist Peter Seewald hat im Sommer 2010 Papst Benedikt XVI. zu mehreren Gesprächen getroffen. In dem Band »Licht der Welt« sind die Interviews dokumentiert, damit ist das Buch ein Novum in der Kirchengeschichte, denn nie zuvor hat sich ein Papst in einem persönlichen und direkten Interview auf diese Weise geäußert. Er ist keiner der Fragen von Seewald ausgewichen. Benedikt XVI. spricht unter dem Eindruck der schockierenden Missbrauchsfälle über die Kirche in der Krise, über Reformen und Ökumene. Mit Sorge nimmt er die Krise der gesamten Gesellschaft in den Blick. Angesichts von Werteverlust und Orientierungslosigkeit sieht er die Menschheit an einem Scheidepunkt. Es ist höchste Zeit für Umkehr, Besinnung und einen Wechsel.


Margot Käßmann, ehemalige Landesbischöfin der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Hannover, thematisiert »In der Mitte des Lebens« einen Wendepunkt im Leben. Sie macht sich Gedanken zum Älterwerden, über Beziehungen und um die Zukunft. Sie geht den Fragen nach, die sich in der „mittleren Lebensphase" auftun und gibt Antworten, welche die Lebenserfahrung, der Glauben und die Bibel uns liefern. Die Theologin richtet einen sehr persönlichen Blick auf Themen wie den Auszug der Kinder, die Pflege der Eltern oder die Veränderungen des Körpers im Alter. Anhand biblischer Gleichnisse reflektiert sie über Schicksalsschläge und Glücksmomente im Leben und darüber, wie man zufrieden älter werden kann.


Fundament der Werte

Gibt es eine Gemeinsamkeit zwischen den Persönlichkeiten, die für uns schreiben und die wir porträtieren? Es gibt sie, und sie hat etwas zu tun mit Tradition und Perspektive. Sie alle haben ein Anliegen, das über sie hinausweist. Alle nehmen teil an der Aushandlung der „res publica", der uns alle betreffenden öffentlichen Angelegenheiten. Solche Lebensläufe können faszinieren und so erfahren wir, dass die Aufklärung und die mit ihr verbundene Entzauberung unserer Lebenswelt dort ihre Grenzen hat, wo Menschen ihr Leben in die Waagschale legen und damit überzeugen. Und doch ist das Bestreben des Verlag Herder nie einseitig, sondern dialogisch: in dem Sinn, dass er nie das letzte Wort für sich beansprucht, sondern immer zur Gegenrede einlädt.

Wir machen gute Bücher. Und wir machen schöne Bücher. Wir schüren die Freude am Lesen und an der Auseinandersetzung mit den Themen unserer Zeit. Damit wir unserem Motto gerecht werden: „Lesen ist Leben".








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